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BeitragVerfasst: 24.03.2007, 01:29 
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[center]KABHI ALVIDA NAA KEHNA[/center]
[center]BIS DASS DAS GLÜCK UNS SCHEIDET[/center]

[center]Bild[/center]

[center]
Kabhi Alvida Naa Kehna

Indien 2006

ca. 193 Minuten



Regie: Karan Johar

Darsteller: Shah Rukh Khan, Rani Mukherji, Preity Zinta, Abishek Bachchan, Amitabh Bachchan, Kiron Kher, Arjun Rampal, John Abraham u.v.m.

Deutsche DVD von rapid eye movies (ab 26.07.2007)[/center]

Maya plagen Zweifel, ob ihr alter Jugendfreund der richtige zum Heiraten ist. Am Tage ihrer Hochzeit sitzt sie grübelnd im großen Garten ihres Hauses, als der ihr zu diesem Zeitpunkt völlig fremde Dev über den Weg läuft. Sie kommen in ein kleines Gespräch und Dev ermutigt sie, es zu wagen und Rishi zu heiraten. Vier Jahre vergehen, bis sich Mayas und Devs Weg wieder kreuzt. Dev, der zuvor ein erfolgreicher Fußballer war, wurde durch einen schweren Unfall ein Krüppel und ist darüber zu einem verbitterten und zynischen Nörgler geworden, den es wurmt, daß seine schöne Frau Rhea eine erfolgreiche Redakteurin am Himmel der New Yorker Modezeitschriften wurde. Rishi hingegen fühlt sich teilweise von seiner Frau abgewiesen, obwohl er versucht, ihr den Himmel zu Füßen zu legen.

Immer wieder laufen sich die Paare über den Weg und Anfangs nimmt der frustrierte Dev die leer wirkende Maya immer wieder auf den hoch und zieht sie auf. Die Sympathie ist nicht gerade groß, bis beide sich ihre Eheprobleme anvertrauen. Sie verbringen immer mehr Zeit in den Cafés der Stadt und reden über ihre Ehe und alles andere. Gegenseitig versuchen sie sogar sich zu helfen, auf das die Beziehungen zu ihren Partnern wieder besser werden. Doch es kommt völlig anders. Ganz langsam verlieben sich Dev und Maya ineinander und beginnen eine Affäre. Und trotz ihrer Vorsicht und der Last auf ihrem Herzen, daß sie ihre sich so aufopfernden Partner betrügen, werden sie von Rishis Vater und Devs Mutter inflagranti in der Stadt miteinander erwischt. Dies ist der Anfang vom Ende der Ehe der beiden – und ebenso ihrer Liebe?

KABHI ALVIDA NAA KEHNA ist noch ganz frisches Futter für den verzückten Bollywood-Fan. Der erst im letzten Jahr entstandene Film ist ein wahres Staraufgebot, und stellt aus den größten Stars des indischen Films ein erlesenes Ensemble zusammen: Abishek Bachchan, dazu gesellt sich sein Vater Amitabh Bachchan, Megastar Shah Rukh Khan sowie die weiblichen Stars Rani Mukherji und Preity Zinta und die indische Überfilmmutter, Kirron Kher. Als würde einem da als totaler Bollywoodfan nicht ohnehin schon das Wasser im Mund zusammenlaufen, tauchen in Gesangsnummern nicht nur Bollywood-Beau John Abraham auf – nein, auch Shah Rukh Khans frühere Filmpartnerin Nr. 1 und die eben erst ganz ins Filmgeschäft wieder zurückgekehrte Topschauspielerin Kajol erweist sich die Ehre. Getragen von dieser Starpower, könnte doch eigentlich nichts mehr schief gehen.

Und das geht es auch nicht. Die ohnehin für Bollywood etwas ungewöhnliche Thematik – schließlich enden die meisten Filme ja mit der Hochzeit des Liebespaares – wird von allen Darstellern glaubhaft rübergebracht. Der im Deutschen mit BIS DAS GLÜCK UNS SCHEIDET untertitelte Film brachte Aufgrund seiner eher liberalen Haltung zum im hinduistischen Raum nach wie eher brisanten Thema Scheidung in Indien einiges an Aufsehen im Volk mit sich. Und fürwahr, hier ist nicht alles Friede, Freude und Eierkuchen. Von Beginn an begegnet uns der Streifen als ein ernstzunehmendes Ehedrama – welche eine ungewöhnliche, aber dennoch wunderbar funktionierende Symbiose mit einer sanften Liebeskomödie im Stile der alten Screwball-Komödien der 30er und 40er Jahre eingeht. Gerade dies und die Tatsache, daß everybody's Darling Shah Rukh Khan teilweise sogar ein richtiges Ekel ist, ist herrlich frisch und anders. Sein Charakter ist eh eine sehr wiederspenstige Angelegenheit: Im einen Moment kann man dem gewohnten Charme des Mimen und seiner Filmfigur nicht wiederstehen, um ihn dann einige Minuten später als hassenswerten Vollidioten zu verdammen. Doch KABHI ALVIDA NAA KEHNA ist keineswegs ein „Shah Rukh only“-Movie, den der Star komplett für sich beansprucht.

Ihm zur Seite stehen zwei wunderbare Darstellerinnen: Rani Mukherji in einer herrlich tragischen Rolle, welche viel Leid erfahren muss, bis sie das Glück findet und die wie immer sehr süße Preity Zinta als erfolgsorientierte und daher teilweise auch manchmal etwas abgehobene Rhea. Doch wie in VEER ZAARA gibt es einen heimlichen Star: Amitabh Bachchan als alternder Lüstling „Sexy Sam“, der als Rishis Vater allen hübschen Frauen nachstellt, die bei drei nicht auf den Bäumen sind. Und Amitabhs Austrahlung paßt perfekt zu dieser herrlich schrulligen Figur, die neben den herrlichen Verwechslungs- und Situationskomik-Momenten einen sehr schönen Anteil Humor in den Film mit einbringt. Und trotz daß die indischen Filme ja meistens eh schon eine epische Laufzeit aufweisen, verplempert man nicht unnötig Zeit mit dem ansonsten so bekannten herrlich bunten Kitsch. In einer auch eher nüchtern gehaltenen Bildsprache, taucht das bunte und farbenfrohe nur in wenigen Momenten im Film auf. Man läßt sich Zeit, dieses tragische Drama in Ruhe aufzubauen, um dann mit starken Szenen Gänsehautmomene aufzubauen. Als z. B. ein heimliches Date von Maya und Dev platzt, setzt Regisseur Karan Yohar auf eine stark momentierte Splitscreen-Technik, welche einen unheimlich genaues Timing und geniale Spannung aufbaut um dann in einem atemraubenden Finale zu münden.

Das ist wieder wunderbares Bollywood-Kino und Yohar beweist nach seinem Überhit SOMETIMES HAPPY, SOMETIMES SAD, daß ihm das große Starkino richtig liegt. Er weist seine Darsteller ungeheuer genau durch den Film und bezieht auch den Zuschauer schnell mit in die Geschichte ein. Und alsbald leidet und freut man sich mit Dev und Rhea und fiebert jede einzelne Minute dieses knapp dreistündigen Epos mit. Wie gesagt bleibt das Werk trotz allen charmanten und herrlich komischen Szenen ein eher ruhiges und ernstes Ehedrama – welches seine Herkunft aus Indien nicht verleugnet. Denn knapp fünf Mal ist es dann doch wieder Zeit, daß im klassischen Stile Musik, Tanz und Gesang regiert.

Und wie der Rest des Films, so können sich auch dies Einlagen mehr als sehen lassen. Schon gleich der erste richtige Song haut den Zuschauer mit seinem einprägsamen Rhythmus und der Ohrwurm-Melodie von den Socken. Man schaut den fröhlichen Menschen zu, verfolgt die wunderbare Choreografie der Tänze genau, ist überwältigt von der bunten Farbenpracht und bekommt das Lächeln und dabei gar nicht mehr aus dem Gesicht. Und auch der Rest der Songs schlägt in die selbe Kerbe – einer erinnert zudem doch ein wenig frapant an „It's Time To Disco“ aus INDIAN LOVE STORY. Bollywood macht glücklich und auch KABHI ALVIDA NAA KEHNA verzaubert uns mit jeder einzelnen Minute. Er läßt die Träumer unter uns, die an die wahre und einzig große Liebe glauben, mit ein wenig Hoffnung darauf im Innern zurück und drückt uns verdammt nochmal auf die Tränendrüse. Nicht nur einmal. Es gibt genug Momente, wo man beherzt ins Taschentuch schneuzen kann. Das ist Bollywood-Kino par exzellance und neben INDIAN LOVE STORY, VEER ZAARA oder auch angesprochenem SOMETIMES HAPPY, SOMETIMES SAD ein weiterer Meilenstein vom indischen Subkontinent.

Wer auf ganz großes Gefühlskino steht und dabei eine alternative zum verlogenen und heuchlerischen Kitsch Hollywoods sucht, der ist hier genau richtig. Das ist eine wahrhaft wunderbare Erklärung an die große Liebe und zudem ein schöner Versuch, die alten Denkweisen Indiens ein wenig aufzulockern.

Sehr schön | [4,5/5]

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Verfasst: 24.03.2007, 01:29 


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