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 Betreff des Beitrags: A Bittersweet Life
BeitragVerfasst: 13.02.2007, 18:58 
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[center]A Bittersweet Life[/center]

[center]Bild[/center]

[center]
Dalkomhan Insaeng

Südkorea/USA 2005

115 Minuten



Regie: Kim Ji-woon

Darsteller: Lee Byun-hung, Shin Min-a, Kim Young-cheol, Kim Roi-ha u.a.

Deutsche DVD von Splendid[/center]


Kim Sun-Woo arbeitet als eine Art Rausschmeißer für den ehrenvollen, aber auch krumme Geschäfte machenden Hotel- und Restaurantbesitzer Kang. Eines Tages bekommt Kim eine ganz besondere Aufgabe von seinem Chef gestellt. Während Kang nämlich für drei Tage geschäftlich in Shanghai verweilt, soll er doch ein wenig ein Auge auf die deutlich jüngere Freundin des Hoteliers aufpassen. Kang vermutet, daß sie sich mit einem viel jüngeren Mann trifft und ihn betrügt. Sollte dies während seiner Reise der Fall sein, solle man ihm dies mitteilen. Und so macht sich Kim dann auch sofort daran, seinen Job gewissenhaft zu erfüllen. Er übergibt der Freundin noch ein kleines Geschenk von Kang und bietet ihr seine Dienste ab. Doch als sie dankend ablehnt, bleibt er an der Sache und siehe da: Der Boss hatte recht. Sie hat ein Verhältnis mit einem anderen Mann. Doch als Kim die beiden Turteltäubchen auf frischer Tat ertappt, drückt er auf einmal ein Auge zu und läßt davon ab, Kang anzurufen. Er redet lediglich auf beide ein, daß sie diese Affäre sofort aus ihrem Kopf schlagen und alles vergessen sollten. Dies war aber ein riesiger Fehler. Denn nicht nur, daß ihm Handlanger eines Geschäftsmannes auf den Versen sind, den er durch den Rausschmiss seiner Vasallen aus einem Club Kangs, angeblich beleidigt hat. Nein, Kang bekommt nach seiner Rückkehr mit, was vorgefallen ist, und läßt von seinen anderen Untergebenen Kim foltern und beinahe umbringen. Doch er kommt nochmal gerade so davon und hat von nun an nur noch einen Plan: Die Rache an den Leuten, welche ihn so quälten.

Nachdem uns Regisseur Kim Jee-woon ja schon THE QUIET FAMILY (Das Original zu Miikes HAPPINESS OF THE KATAKURIS) und das grenzenlos geniale Götterwerk A TALE OF TWO SISTERS bescherte, kredenzt er nun mit A BITTERSWEET LIFE einen Film, bei dem man sich erst einmal an OLDBOY erinnert fühlt, wenn man sich ohne Anschauen des Werkes erst einmal so die Story zu Gemüte führt. Doch der Koreaner kopiert in keinster Weise dieses hochgelobten Film aus seinem Heimatland. Bis auf den Grundgedanken der Rachestory beschreitet A BITTERSWEET LIFE vollkommen eigene Wege. Hier ist das Hauptaugenmerk vor allem auf die Action gelegt. Kim Jee-woon kratzt den psychologischen Hintergrund der Charaktere nur ein wenig an, geht also nicht komplett darauf ein, läßt seinen Protagonisten allerdings genauso grimmig seinen Weg durch seine Peiniger ziehen. Und grimmig – daß ist der Film auf jeden Fall. Detailierte Shoot-Outs und beim Schußwechsel wegfetzendeKörperteile sorgen für einen wirklich recht hohen Blutgehalt und Gewaltpegel, daß man teilweise wirklich erstaunt vorm Fernseher sitzt. Und gerade in den Actionszenen sieht man dann das Hauptaugenmerk des Charakters Kim: Von unbändigem Hass getrieben, wird er zu einem kalten und gefühllosen Vollstrecker, welcher wie vorher schon in der warmen Obhut seines Chefs Kang nur seine Arbeit verrichtet. Wie einst Charles Bronson und andere Racheengel der 70er/80er-Action sieht der junge Mann rot und befriedigt ohne Rücksicht auf Verluste seinen düsteren Trieb der Vergeltung. Nur ist anders als die damaligen westlichen Racheallegorien A BITTERSWEET LIFE nicht dreckig und schmutzig, sondern ein durchgestyltes, in teilweise wunderschönen aber auch düstere Bildern getauchter Film, welcher die Gewalt wie einen Donnerschlag auf einen herabblitzen läßt und sie dann auch noch geradezu zelebriert. Wenn Kim am Ende zu schönster klassischer Musik und in Zeitlupe um sich schießend seinen Weg zu seinem ehemaligen Chef bahnt, dann ist das einer der vielen, kleinen Gänsehautmomente in A BITTERSWEET LIFE. Auch ganz große Kunst und geradezu erschütternd in seiner Brachialität ist dazu übrigens auch die Szene, in der Kim seinen Peinigern entkommt. Was man hier an atemberaubender Action sieht, hat man zuletzt in den Hong Kong-Klassikern eines John Woo gesehen. Und wie damals gelingt es hier wieder dem asiatischen Film jegliche Grenzen zu überschreiten und rohe, stilisierende Gewalt in ein minimalistisches, aber dennoch wunderbar anzuschauendes Dramagewand zu stecken. Minimalistisch daher, weil A BITTERSWEET LIFE nicht die grenzenlose Tiefe eines OLDBOYS, mit dem man den Streifen wohl immer wieder vergleichen wird, erreicht. Und dennoch haben wir hier mit diesem koreanischen Werk einen wirklich herausrangenden Film, welcher von Splendid (!) zudem noch eine liebevolle Aufmachung (!!) geschenkt bekommen hat. Ein richtiger Geheimtip!

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