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 Betreff des Beitrags: Game of Survival
BeitragVerfasst: 18.04.2007, 18:38 
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[center]GAME OF SURVIVAL[/center]

[center]Bild[/center]

[center]
The Tenement

USA 1985

ca. 90 Minuten



Regie: Roberta Findlay

Darsteller: Joe Lynn, Mina Benn, Enrique Sandino, Marthe de la Cruz, Manuel Cotto u.v.a.

deutsche DVD von CMV LaserVision[/center]

Selbst vor und nach dem Jahre 1984 war dieses bei Freunden des amerikanischen B-Films in den 80er Jahren in aller Munde. Grund dafür war ein Film, welcher mehr als nur harmlose Pennälerstreiche zeigte, und sich DIE KLASSE VON 1984 nannte. Und die Brotkrümel des Erfolgs lockten schnell andere an, die auch ein Stückchen haben wollten. So wurden noch öfters Selbsjustizstreifen in diesem Jahr abgedreht, wie z. B. William Lustigs VIGILANTE oder Roberta Findlays THE TENNEMENT. Frollein Findlay war ja mit ihrem Mann Michael für das größte laue Lüftchen der Filmgeschichte verantwortlich, welches sich SNUFF schimpfte, und trotz der angeblich „skandalösen“ Hintergründe und „wahren Begebenheiten“ schon als er Aktuell war, nicht mal die blindeste Maus hinter ihrem Ofen hervorlockte.

Angesprochenes TENNEMENT ist ein übler Wohnblock in der New Yorker Bronx, in dem jeder jeden kennt und man mehr oder minder friedlich miteinander auskommt. Doch der Frieden der Bewohner wird durch eine Bande durchgeknallter Freaks um den stoisch vor sich hinglotzenden Chaco gestört. Diese haben sich im Keller des Appartmentblocks eingerichtet und belästigen die Bewohner seit einiger Zeit. Doch wie gut das der schmierige Rojas zur Tat schreitet und die werte Polente zum Haus ruft, um die Bande endlich hinter Schloss und Gitter zu bringen. Und fürwahr, mit zwei Wagen erscheint unser aller Freund und Helfer und nimmt die Gang in ihrem schönen Keller hopps. Die Freude bei den Bewohnern ist groß – ja sogar so groß, daß man zur Feier des Tages eine Party schmeißt. Doch leider hat man sich zu früh gefreut. Die Polizei hat gegen die Bande nichts in der Hand und so läßt man diese nach einigen Stunden wieder laufen.

Und während man dort vor Ort noch ein wenig die Beamten veralbert und wehrlose Passanten aufmischt, guckt Chaco immer ausdruckloser durch den New Yorker Smog, so daß man alsbald der Meinung sein könnte, der Hauptdarsteller sei eine ausdrucklose Schaufensterpuppe. Doch bevor man zusehr die Sorgenfalten auf der Stirne runzelt gibt es entwarnung und Chaco bewegt sich wieder, spricht einige Worte und stachelt den auch schon auf Rache sinnenden Rest seiner Gefolgschaft auf, die Bewohner des Wohnblocks für ihre Frevelei, die Polizei anzurufen, mal gehörig aufzumischen. Als erstes muss das der mittlerweile sehr besoffene Rojas merken, dem man vor dem Haus aufgelauert hat und der die Flasche mit seinem billigen Fusel an den Kopf geworfen bekommt. Blutüberströmt rennt er zur Party, nur damit dort die Frau des Gastgebers diesen anmeckert, wieso er überhaupt die Party geschmissen hat. Denn ohne Party würde der werte Herr Rojas nun auf keinen Fall ihren feinen Teppich vollbluten. Soviel Zeit muss schließlich sein!

Jedenfalls sind die Bewohner in Alarmbereitschaft. Und das auch aus gutem Grund. Denn alsbald schlägt die Stunde Null sowie die Zeit der Bande, welche zum fürchterlichen Gegenschlag ausholt und fröhlich durch den Wohnblock mordet. Als erstes muss eine schwarze Frau herhalten, welche zuerst vergewaltigt wird und dabei den Fehler macht, ihrem Vergewaltiger eine Schere ins trübe Glotzauge zu rammen. Als Strafe bekommt sie dafür einen ganzen Besenstiel in die Vagina gerammt. Ihr Töchterchen beobachtet dies alles und rennt dann zu Nachbarn, welche dadurch noch mehr alarmiert sind. Der Terror von Chaco und Co. schlägt immer größere Wellen, die Bewohner versammeln sich alle und flehen um die Hilfe von Sam Washington, einem ansonsten eher zurückgezogenem Menschen, der auch schon mal ein aufgefülltes Glas Orangensaft im Kühlschrank stehen hat. Das ist Coolness! Mit seiner Hilfe verschanzen sich die Leute einige Stochwerke höher, während die Bande in aller Ruhe die Wohnungen verwüsten können. Doch als immer mehr Leute durch Unachtsamkeit in ihrer Angst und Panik den Tod finden, setzen die überlebenden Leute zum Gegenschlag an.

Bei einer Regisseurin, die bei dem schon seine Qualitäten besitzenden INVASION DER BLUTFARMER mitgewirkt hat, eines der schlimmsten Filmverbrechen aller Zeiten (angesprochener SNUFF) abgeliefert hat und nach dem Tode des Ehegatten erstmal munter im damals aufkeimenden Pornogeschäft gewildert hat, um später entweder leidlich unterhaltende Okkultschocker wie PRIME EVIL oder eben jenen Selbstjustizstreifen abgeliefert hat, darf man kein qualitativ hochwertiges Stück Film erwarten. Es regiert Trash – und passender weiße wurde der im deutschen als GAME OF SURVIVAL bekannte Schmu vom Berliner Kultlabel CMV in seiner Trash-Collection auf den Sammler losgelassen. Und am ehesten kann man das ganze Werk wirklich noch mit dem anscheinend großen Vorbild DIE KLASSE VON 1984 vergleichen, der von seiner Geschichte ja auch ähnlich aufgebaut ist. Nach andauerndem Terror hat man endlich mal den Mut, sich zu wehren, was in noch mehr Gewalt gipffelt, welche dann mit Gegengewalt bekämpft wird.

Dabei könnte GAME OF SURVIVAL sogar ein richtig starker Film werden, was Frollein findlay zeit ihres Lebens bestimmt nicht einmal in den Kritiken über ihre Werke gelesen hat. Doch auch hier krankt es leider an so einigen Ecken, daß ihm das Prädikat „richtig gut“ leider verwehrt bleiben muss. Richtig schön dreckig und schmierig kommt dieses kleine Low Budget-Werk ja von Anfang an daher, kann seine Grundstimmung aber leider nicht halten. Mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und Sorgfalt im Aufbau der Geschichte und der Umsetzung des Endprodukts hätte man hier einen eventuell sogar gleichwertigen Epigonen für DIE KLASSE VON 1984 geschaffen. Doch manchmal wird aus dem grimmigen Stück der Selbstjustiz dann doch ein manchmal sogar sehr unfreiwillig komischer Streifen, dem gerade in diesen Momenten viel genommen wird.

Irgendwie möchten hier die Trashelemente gar nicht passen, und es scheint so, als würde mit dem fehlendem Budget der Sprung zu höherem verwehrt bleiben. Technisch ist das ganze ja noch recht in Ordnung und Findlay – auch für die Kamera zuständig – bringt einige nette Bilder zustande. Wenn, ja wenn da nicht die Mimen wären. Wo Stegman in KLASSE VON 1984 einerseits cool, und andererseits auch ein wirklich hassenswerter und dennoch faszinierender Charakter ist, so ist Chaco nichts weiter als eine holzschnittartige Figur. Es scheint, als würde sein Darsteller ständig auf Valium sein und glotzt somit meistens leer in die Gegend, wenn er mal nicht ein paar wenige Sätze vor sich hin brabbeln darf. Gerade durch die freakige Bande wird hier viel verschenkt. Man fragt sich irgendwann zum Beispiel auch gar nicht mehr, wieso die Gestalten zwar alle punkig angehaucht sind, aber diese dann piepsigen old-school Hip Hop hören. Da wollte man wohl zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Wenigstens die Figuren der Hausbewohner sind da noch einigermaßen gut getoffen, auch wenn Sam Washington ein wenig überstilisiert wurde. Schön, wenn man als Helden einen im (weiß geprägten) amerikanischen Film einen Afroamerikaner als Held etablieren will, aber wenn dieser dann im Kampf Mann gegen Mann rumhüpft, als hätte er zuviel Funk im Blut, dann kann der Zuschauer sein belustigendes Grinsen einfach nicht verwehren. Aber Hut ab vor Rojas, das ist der wirklich noch am besten gelungenste Charakter. Schön schmierig, tumbe und doof, dem durch die deutsch Synchro einige doofe Sprüche in den Mund gelegt werden und man ihm bald den Tod wünscht. Nur hatte man nur vage Ideen, diesem Film eine Geschichte zu geben. Vom Look her zwar wie angesprochen schön schundig, verläuft so auch die Story, welche meist relativ unspannend und ab und an auch bar jeder Logik gute neunzig Minuten verläuft. Da geht die gute Hausfrau beim Verarzten des guten Herrn Washington bestimmt auch nur deswegen zurück in ihre Wohnung – jegliche Gefahr durch die Bande mißachtend zurück – um nicht nur ein gescheites Desinfektionsmittel zu besorgen, sondern damit man in das Drehbuch auch mal wieder einen Mord einarbeiten konnte.

So dreht sich das Karussel immer wieder im Kreise, bis am Ende es dann doch noch mal interessanter als gedacht wird und die Bewohner zum Gegenschlag ausholen. Dies geschieht mit teils netten Ideen, wie zum Beispiel den kleinen Kindern, die die Wirkung von kochend heißem Wasser entdecken. Sowas lernt man keineswegs in der Sendung mit der Maus! GAME OF SURVIVAL ist keineswegs ein schlechter Film, anschauen kann man ihn sich trotzdem. Nur gerade hier ist es dann doch ein wenig zuviel Trash, der dem Film im Gesamtkontext doch ein wenig schadet. Das hätte so ein nettes, kleines und gemeines Filmchen werden können – wenn man einfach noch ein wenig mehr Mut zum Risiko innerhalb der Geschichte gehabt hätte. Und trotz fehlender Spannung, dafür mit netter Atmosphäre gesegnet, macht man gar nicht viel Falsch trotzdem mal in den Streifen reinzuschauen. Viel sollte man nicht erwarten. Auch nicht bei den Effekten, welche relativ einfach und schlicht gehalten sind. Zwar kein wie von vielen Fans attestierter Kultfilm, aber alles in allem ein den niederenInstinkten des Filmfans genügender Streifen, der durchaus Spaß machen kann, wenn man die kleinen Unzulänglichkeiten ausblendet.

Gar nicht mal so übel. [3,5/5]

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Verfasst: 18.04.2007, 18:38 


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